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Zune ist der Name eines von Microsoft entwickelten MP3-Players, der unter anderem in Konkurrenz zu Apples iPod tritt.

Inhaltsverzeichnis

Markteinführung und Modelle

Am 14. November 2006 wurde die erste Generation des Zune mit einer 30GB-Festplatte vorgestellt. Der Verkaufspreis lag anfangs bei 250 US-Dollar, dann je nach Farbe zwischen 200 und 250. Das Gerät wurde von Toshiba gebaut und von Microsoft vertrieben.

Am 13. November 2007 folgte die zweite Generation. Die Verkaufspreise (UVP) für die Zune-Varianten mit Festplatte liegen bei 249,99 US-Dollar (120GB) und 229,99 US-Dollar (80GB). Die Geräte mit Flash-Speicher kosten 199,99 US-Dollar (16GB), 149,99 US-Dollar (8GB) und 129,99 US-Dollar (4GB).[1] Die aktuelle Generation lässt Microsoft bei Flextronics fertigen, wo auch die Xbox 360 hergestellt wird.[2]

Ursprüngliche Gerüchte, die von einer baldigen Markteinführung in Europa (etwa Ende 2007) sprachen, haben sich nicht bestätigt.[3] Neuesten Angaben zufolge soll Zune nun im Herbst 2009 in Europa erscheinen.[4] Die Dritte Generation ist Herbst 2008 in Amerika erschienen.

Funktionen

Radio und WLAN

Die zweite Generation des Zune ist mit einem UKW-Empfänger und einer 80- oder 120-GB-Festplatte respektive 4GB, 8GB, oder 16GB Flash-Speicher ausgestattet.[1] Per WLAN (802.11b/g) können Musik und Fotos an andere Zune-Player in der nahen Umgebung (~10 m) weitergegeben werden. Übertragene Musikstücke werden allerdings mit einem DRM-Schutz versehen und sind nur eingeschränkt abspielbar (3 mal innerhalb von drei Tagen, siehe Kritik). Nicht mehr abspielbare Musikstücke können nur noch zum Kauf über das Zune-Portal markiert werden.

Wiedergabeformate

Zune unterstützt die Wiedergabe von Audio, Bildern, Videos und Podcasts. Die Synchronisierung kann über Wireless LAN erfolgen.

  • Unterstützt werden die Audio-Formate MP3, AAC und WMA (auch die Variante wma-lossless). Das freie Format Ogg Vorbis wird nicht unterstützt; Hörbücher im Audible-Format erst mit dem Zune 3.0 Update.
  • Für Bilder ist das JPEG-Format vorgesehen.
  • Videos können im Format H.264, WMV oder MPEG-4 abgespielt werden, sie müssen hierzu an die Auflösung des Geräts angepasst werden, was die Verwaltungssoftware übernimmt. Microsofts eigener Standard PlaysForSure wird durch Zune nicht unterstützt.
  • Audio- und Video-Podcasts werden mittlerweile voll sowohl von der Software als auch dem Player unterstützt.

Am 8. September 2008 hat Microsoft das Zune 3.0 Update für den 16. September 2008 angekündigt, das am Radio gehörte Songs zum späteren Onlinekauf über den Zune Marketplace Taggen lässt. Zu den weiteren angekündigten Funktionalitäten zählen: -Music Channels- mit vom Besitzer bevorzugter Musik (vgl. Last.fm), der Kauf von Songs direkt vom Gerät beim -Zune Marketplace- und zwei Spiele, Hexic und Texas Hold-em. Das Update unterstützt Hörbücher von Audible und das von (US-amerikanischen) öffentlichen Büchereien verwendete Medienformat OverDrive.[5][6][7]

Aussehen

Zune 80/120 und Zune 4/8/16 Menüsystem
Zune 80, Oberseite (Kopfhöreranschluss und AV-Output)

Geräte-Varianten und Display

Die Geräte der zweiten Generation mit 80GB (Festplatte) werden in Rot und Schwarz verkauft, die 120GB-Variante ausschließlich in Schwarz. Sie verfügen über ein 3,2 Zoll großes QVGA-Display,[1] das hochkant angeordnet ist. Der iPod Classic dagegen hat ein 2,5 Zoll großes Display, das quer angeordnet ist. Die Auflösung im Verhältnis 4:3 der beiden Displays ist dieselbe (320 auf 240 Pixel). Knapp drei Viertel der Vorderseite des Zune wird vom Bildschirm eingenommen.

Die zweite Generation des Zune mit Flash-Speicher ist in den Farben Schwarz, Rot, Rosa und Grün (4GB) erhältlich, die 8GB- zusätzlich in Blau und die neue 16GB-Variante in Schwarz. Das ebenfalls QVGA auflösende Display misst 1,8 Zoll [1] und nimmt etwas mehr als die Hälfte der Vorderseite des Zune ein.

Modellgeneration Speicherkapazität Max. Akkulaufzeit Gewicht Maße
(H × B × T)
1. Generation
30 GB (Festplatte) 14 h 174 g (111,76 × 60,96 × 15,24) mm³
2. Generation 80 GB (Festplatte) 30 h 128 g (108,2 × 61,21 × 12,95) mm³
4GB / 8GB / 16 GB (Flash-Speicher) 24 h 47 g (91.5 × 41.4 × 8.5) mm³
2. Generation
120 GB (Festplatte) 30 h 128 g (108,2 × 61,21 × 12,95) mm³

Bedienung (Zune Pad)

Je nach Inhalt wird der Zune hochkant oder quer benutzt. Das Gerät besitzt ein Steuerkreuz (-Zune Pad-) mit 24 mm Durchmesser, das dem Steuerrad des iPods ähnelt, aber eine abweichende Funktionalität bietet: Es ist ebenfalls -berühungsempfindlich-, mit den Funktionen -oben- und -unten-, -links- und -rechts- sowie mittig zum „Bestätigen“ von Menüeinträgen etc.

Zune Marketplace

Parallel zu dem Player hat Microsoft in den USA einen eigenen Musik-Download-Shop gestartet, auf dem Titel für den Zune erworben und heruntergeladen werden können. Damit will Microsoft die Marktführerschaft von Apples iTunes Store angreifen. Presseberichten zufolge soll mit einem Werbeetat von 500 Millionen US-Dollar ein großer Marktanteil erreicht werden.

Der Download pro Song kostet 79 Microsoft Points, umgerechnet 0,99 US-Dollar - diese Verrechnungseinheit wird auch bei Xbox Live genutzt. Diese Points können in Blöcken von 400 für fünf US-Dollar gekauft werden. Daneben gibt es im -Zune Marketplace- eine Flatrate für 15 US-Dollar im Monat, wobei unbegrenzt viele Titel aus dem Repertoire zwar heruntergeladen, aber wegen des DRM nur für die Dauer des Abonnements angehört werden können. Der Zune Store hält derzeit rund drei Millionen Titel vor, Konkurrent iTunes über sechs Millionen.

Zu den weiteren Angeboten des Zune Marketplace zählen Videos von Fernsehproduktionen, wie Heroes, South Park, Dr. House und EUReKA sowie Podcasts.[8]

Zubehör

Im Lieferumfang der Zune-Varianten befinden sich, vergleichbar mit den meisten Anbietern von Playern, jeweils die Kopfhörer und ein USB 2.0 Anschlusskabel, zur Synchronisierung mit dem PC (Windows XP und Vista) und zum Aufladen des eingebauten Akku.

Das Zubehörangebot des Herstellers umfasst derzeit:[9]

  • Home A/V Pack: Dockingstation, Ladegerät, Kabel für den Anschluss an ein Fernsehgerät, Fernbedienung
  • Car Pack: FM Transmitter, Ladekabel für den Zigarettenanzünder, Kabelfernbedienung
  • Premium Headphones: In-Ear Kopfhörer mit drei Adaptern zur Anpassung an die Ohrgrösse sowie ein Schutzbehältnis
  • AC Adapter: Netzladegerät
  • Leather Case for Zune: Für die Flash-Player mit 4/8/16GB

Das Angebot von Drittherstellern wächst, ist vom Umfang her aber nicht mit demjenigen für den iPod zu vergleichen.

Kritik

Mit DRM geschützte Lieder kann der Zune nur abspielen, wenn diese aus Microsofts -Zune Marketplace- stammen. Lieder aus anderen, eigentlich mit Microsoft kooperierenden Musicstores (durch Nutzung des WMA-Formats und dessen DRM-Schutzes) sind nicht mit dem Zune kompatibel. Dies betrifft in Deutschland beispielsweise Musik aus dem Angebot Musicload von T-Online oder MSN Musicstore; in der Schweiz beispielsweise Ex Libris und der i-m Music Download der Migros. Das von Microsoft initiierte PlaysForSure wird ebenfalls nicht unterstützt.

Von Zune zu Zune übertragene Musikstücke werden mit einem DRM-Schutz versehen und sind nur dreimal innerhalb von drei Tagen abspielbar. Diese Einschränkung betrifft auch Eigenkompositionen und Stücke, die eigentlich lizenzfrei sind. Diese auf den ersten Blick merkwürdige Einschränkung traf bei vielen Kunden auf Unverständnis. Ein Lied zählt nach der ersten Minute Abspieldauer als abgespielt. Stücke unter zwei Minuten Länge gelten als abgespielt, sobald die Hälfte des Liedes abgespielt wurde. Nicht mehr abspielbare Musikstücke können nur noch zum Kauf über das Zune-Portal markiert werden. Des Weiteren können von einem anderen Zune empfangene Musikstücke nicht weiterübertragen werden. Ebenfalls wird es den Labels zugestanden, die Übertragung der Stücke mancher Künstler gänzlich zu verbieten.

Die WLAN-Funktionalität beschränkte sich in der ersten Generation auf die Fähigkeit, Stücke von Zune zu Zune zu übertragen. Mit der Einführung der zweiten Generation ist es möglich, seinen Zune mit dem PC per WLAN zu synchronisieren. Die alte Generation bekommt diese Fähigkeit über ein Firmware-Update nachgereicht.

Modifikationen

Vor einiger Zeit berichtete die österreichische überregionale Tageszeitung Der Standard, dass es trotz Bemühungen seitens Microsoft möglich wäre, das DRM des Gerätes zu umgehen. Wie das Onlineportal ComputerBase berichtet, ist die Rechteverwaltung fehlerhaft implementiert und lässt sich auf unterschiedliche Weise relativ leicht umgehen.[10] Auch eine Nutzung als Datenträger wird so möglich.

Sprachliche Assoziationen der Gerätebezeichnung

Zune klingt nicht nur wie „Tune“, sondern auch wie das franko-kanadische „Zoune“, ein umgangssprachlicher Euphemismus für die männlichen oder weiblichen Genitalien,[11] und wie das hebräische Slang-Wort „zi-yun“, welches vorehelichen Geschlechtsverkehr bezeichnet. Microsoft erklärte hierzu, man sehe gewisse Ähnlichkeiten mit dem hebräischen Wort „zi-yun“, das sei jedoch nicht beabsichtigt gewesen. Es wäre vielmehr das Ziel gewesen, ein noch „unverwendetes“ Wort als Namen für den neu entwickelten MP3-Player zu verwenden, wozu auch die üblichen multikulturellen Tests durchgeführt worden seien.

Weblinks

Quellen

  1. - a b c d Offizielle Zune Website: Varianten, Farben und empfohlene Verkaufspreise (UVP), abgerufen am 3. Oktober 2008.
  2. - ExpressIndia.com (3. Oktober 2007): Microsoft taps Flextronics to make new Zune players
  3. - heise online (3. Juni 2007): Zune kommt nicht im Herbst nach Europa
  4. - GIZMODO.de (14. März 2008) Endlich! Zune kommt nach Europa- Ende 2009
  5. - Microsoft Presseerklärung (8. September 2008): Zune Takes Music Discovery to the Next Level With New Ways to Find and Access Digital Music
  6. - Zune.net: Download audiobooks from sites powered by OverDrive.com, including over 7,500 public libraries, abgerufen am 3. Oktober 2008
  7. - Zune.net: Zune 3.0 Software (What's New), abgerufen am 4. Oktober 2008
  8. - Zune.net: Marketplace Videos, abgerufen am 4. Oktober 2008
  9. - Zune.net: Accessories (Zubehör), abgerufen am 4. Oktober 2008
  10. - vgl. ComputerBase (26. November 2006): DRM-Schutz des „Zune“ leicht auszutricksen
  11. - Artikel auf canada.com über Microsofts Reaktionen auf die Ähnlichkeit (englisch)


 

 

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